Crime 101 (USA 2025, R: Bart Layton, 139 min)
Davis (Chris Hemsworth) ist ein ebenso brillanter wie unberechenbarer Dieb, dessen waghalsige Raubzüge die Ermittler immer wieder ins Leere laufen lassen. Als er einen letzten, alles entscheidenden Coup vorbereitet, kreuzt die desillusionierte Versicherungsmanagerin Sharon (Halle Berry) seinen Weg. Widerwillig müssen beide zusammenarbeiten, obwohl sie einander kaum trauen. Zugleich tritt Orman (Barry Keoghan) auf den Plan – ein skrupelloser Konkurrent, der keine Grenzen kennt. Während der millionenschwere Raub immer näher rückt, kommt Detective Lt. Lubesnik (Mark Ruffalo) der Spur des Teams gefährlich nahe. Je enger sich das Netz aus Intrigen und Misstrauen zieht, desto deutlicher wird, dass niemand unversehrt aus dem Spiel hervorgehen kann.
Mit „Der Blender – The Imposter“ und „American Animals“ hat Regisseur Bart Layton bereits zweimal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man Spannung nicht aus vordergründigen Knalleffekten schöpfen muss. Der Nervenkitzel seiner Filme entsteht vielmehr aus dem genauen Blick auf die Psyche seiner Figuren und aus dem Versuch zu verstehen, warum sie handeln, wie sie handeln. Diesem Ansatz bleibt Layton nun auch in „Crime 101“ konsequent treu. Wer hier also einen krachenden Actionthriller erwartet, in dem eine spektakuläre Verfolgungsjagd die nächste jagt, dürfte zunächst enttäuscht sein. Ungemein packend ist der Film mit seiner stattlichen Laufzeit dennoch.
Tatsächlich sind die Figuren in „Crime 101“ so lebendig geschrieben und charismatisch besetzt, dass man sich gerne auf ihren Alltag einlässt und mit ihnen mitfühlt. Schnell wird dabei deutlich – ganz so, wie es bereits beim großen Vorbild „Heat“ der Fall war –, dass es in dieser Geschichte eigentlich keine klassischen Bösewichte gibt. Stattdessen begegnet man Menschen mit Träumen, Sehnsüchten und Obsessionen, die auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes versuchen, ihr oft einsames Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen.
Fazit: „Crime 101“ besticht durch seine ungemein stilsichere Inszenierung und ist trotz seiner Starbesetzung kein klassischer Heist-Blockbuster, sondern ein entschleunigter, charakterorientierter Thriller, der Los Angeles stimmungsträchtig zelebriert und die Lebensrealitäten seiner Figuren fesselnd ausleuchtet. Wenn es doch zu Action-Einschüben kommt, entfaltet diese in bester „Drive“-Manier eine krachende Wucht.
Wir zeigen:
Crime 101
Sonntag, den 12.04.2026 um 19:30 Uhr
Montag, den 13.04.2026 um 19:30 Uhr –
im Viktoria-Filmtheater in Dahlbruch
